Im Rahmen der South Westphalia International Sustainability Week an der Fachhochschule Südwestfalen präsentierte das Projekt AmobiLa am Donnerstag ein innovatives Lehrformat zum Thema „Biodiversität im Arzneipflanzenanbau“. In einer gezielten Unterrichtseinheit zu Arzneipflanzen und deren Beitrag zur Biodiversität konnte AmobiLa ein europäisches Fachpublikum begeistern – und wichtige Impulse für die nachhaltige Landwirtschaft von morgen setzen.
Insgesamt 32 Studierende aus verschiedenen europäischen Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Viele von ihnen befinden sich in einer Ausbildung im Bereich Landwirtschaft oder Ökologie – eine besonders relevante Zielgruppe, wenn es darum geht, das Wissen über die Bedeutung von Arzneipflanzen für die biologische Vielfalt in die Breite zu tragen. Genau hier setzt AmobiLa an: junge Menschen in der beruflichen Qualifizierung erhalten praxisnahe Informationen über Modellkulturen und die ökologischen Leistungen dieser oft unterschätzten Nutzpflanzen.
Arzneipflanzen als Schlüssel zur Biodiversität
Zu Beginn des Workshops wurde das Projekt AmobiLa vorgestellt. Danach lag der Fokus auf der aktuellen Situation des Arzneipflanzenanbaus in Deutschland – von historischen Entwicklungen über aktuelle Anbauflächen bis hin zu den Herausforderungen, die den Anbau wirtschaftlich erschweren. Trotz dieser Hürden sei es wichtig, den heimischen Anbau zu fördern. Nicht nur um Lieferketten zu stabilisieren und Jobs zu sichern, sondern auch, weil Arzneipflanzen durch ihren extensiven Anbau, ihre Boden schonende Wirkung und ihre Attraktivität für Bestäuber maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.
Gruppenarbeit zu Biodiversitätskriterien
Im anschließenden Praxisteil arbeiteten die Studierenden in kleinen Gruppen an verschiedenen AmobiLa-Modellkulturen – darunter Mohn, Sonnenhut, Anis, Kamille und Fenchel. Jede Gruppe analysierte die jeweiligen Biodiversitätskriterien der zugeteilten Pflanze. Neben Aspekten wie Nahrung für Bestäuber oder dem Einfluss auf Tiere höherer Trophiestufen standen auch Ökosystemleistungen im Mittelpunkt: etwa die Förderung von Nützlingen, Bodenpflege durch weitständigen Anbau oder der geringe Bedarf an chemischen Pflanzenschutzmitteln.
Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse und stellten die ökologischen Potenziale der jeweiligen Kulturpflanze anschaulich dar.
Nachhaltige Wirkung über den Workshop hinaus
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie fachlich fundierte Bildungsarbeit auf europäischer Ebene gelingen kann. Gerade weil sich die Teilnehmenden am Anfang ihres Berufsweges befinden, ist der Multiplikationseffekt besonders hoch: Das vermittelte Wissen über Arzneipflanzen als biodiversitätsfördernde Kulturarten wird so in landwirtschaftlichen und ökologischen Kontexten europaweit weitergetragen.